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Verhütungsmittel - Wirkung,
Nebenwirkungen und moralische Folgen
Enzyklika Humanae Vitae
Die Enzyklika Humanae Vitae wurde 1968 von Papst
Paul VI herausgegeben. Sie ist eine Antwort auf den damaligen Zeitgeist.
Die Familie war unter massiver Attacke gestanden, man bezweifelte die
richtige Weitergabe des menschlichen Lebens. Verhütungsmittel wurden
propagiert, verschiedene Verhütungsmethoden praktiziert. Die Antibabypille
hatte ihren Siegeszug durch die Welt angetreten. Die Pille
ermöglichte sexuelle Lust ohne die Verantwortung für ein Kind zu
übernehmen. Freie Sexualität wurde zum neuen Götzen unserer Zeit. Auch
innerhalb der Kirche lösten sich viele Theologen von der bisherigen
kirchlichen Ehemoral, und die Folge war, dass sich immer mehr Gläubige der
neuen Zeitströmung anpassten und mit der Pille zu leben
begannen.
Herausgegeben am 25. Juli 1968 von Papst Paul VI:
Die Enzyklika Humanae Vitae zeigt die rechte Ordnung der
Weitergabe des menschlichen Lebens auf, so wie Gott sie für die Familie
gedacht hat.
Aus der Enzyklika spricht die Sorge vor dem selbstsüchtigen Missbrauch
menschlicher Geschlechtlichkeit, den heute beängstigenden Gefahren
technischer Manipulation des Menschen und vor Grenzüberschreitungen der
staatlichen Gewalt im Intimbereich ehelichen Lebens.
Sie betont die Heiligkeit des menschlichen Lebens und seiner Quellen, die
innige Einheit der Sinngehalte ehelicher Hingabe: Diese ist ebenso Ausdruck
des Strebens nach liebender Einheit wie der Bereitschaft zum Dienst am
Leben.
Die Enzyklika Humanae Vitae bejaht verantwortliche Elternschaft und
verantwortliche Geburtenregelung. Sie verlangt aber, dass jeder eheliche
Akt auf die Weitergabe des Lebens hingeordnet bleibt.
Auszüge aus der Enzyklika Humanae vitae:
Wesen und Berufung der Ehe:
Durch die Weitergabe von menschlichem Leben in der Ehe werden die Gatten zu
freien und bewußten Mitarbeitern des Schöpfergottes. Die eheliche Liebe
zeigt sich uns in ihrem wahren Wesen und Adel, wenn wir sie von ihrem
Quellgrund her sehen, von Gott, der Liebe ist, von Ihm, dem Vater, nach dem
alle Vaterschaft im Himmel und auf Erden ihren Namen trägt. Die Ehe ist vom
Schöpfergott in weiser Voraussicht so eingerichtet, daß sie in den Menschen
seinen Liebesplan verwirklicht. Darum streben Mann und Frau durch ihre
gegenseitige Hingabe, die ihnen in der Ehe eigen und ausschließlich ist,
nach jener personalen Gemeinschaft, in der sie sich gegenseitig vollenden,
um mit Gott zusammenzuwirken bei der Weckung und Erziehung neuen
menschlichen Lebens. Die Ehe ist also weit davon entfernt, das bloße
Produkt des Zufalls oder Ergebnis des blinden Ablaufs von Naturkräften zu
sein.
Die Kirche spricht von verantwortlicher Elternschaft. Was heißt
das?
a) in Bezug auf die biologischen Vorgänge: die Kenntnis und die
Beachtung der mit ihnen zusammenhängenden Funktionen. So vermag der Mensch
die biologischen Gesetze der Fortpflanzung zu entdecken.
b) in Bezug auf den psychologischen Trieb und die Leidenschaft: ihre
erforderliche Beherrschung durch Vernunft und Willen.
c) im Hinblick auf gesundheitliche, wirtschaftliche, seelische und soziale
Situation: daß man nach klug abwägender Überlegung sich hochherzig zu einem
größeren Kinderreichtum entschließt oder bei ernsten Gründen und unter
Beobachtung des Sittengesetzes zur Entscheidung kommt, zeitweise oder
dauernd auf weitere Kinder zu verzichten.
±±± daraus
folgt: daß die Eheleute bei der Aufgabe, das Leben weiterzugeben,
keineswegs ihrer Willkür folgen dürfen, gleichsam als hinge die Bestimmung
der sittlich gangbaren Wege von ihrem eigenen und freien Ermessen ab. Sie
sind vielmehr verpflichtet, ihr Verhalten nach dem göttlichen
Schöpfungsplan auszurichten.
Die Lehre der katholischen Kirche:
Jeder eheliche Akt muß hingeordnet bleiben auf die Erzeugung
menschlichen Lebens.
Diese Lehre gründet in einer von Gott bestimmten unlösbaren Verknüpfung der
beiden Sinngehalte - liebende Vereinigung und Fortpflanzung - die beide dem
ehelichen Akt innewohnen. Diese Verknüpfung darf der Mensch n i c h
t e i g e n m ä c h t i g auflösen.
Wenn die beiden wesentlichen Gesichtspunkte der liebenden Vereinigung und
der Fortpflanzung beachtet werden, behält der Verkehr in der Ehe voll und
ganz den Sinngehalt gegenseitiger und wahrer Liebe, und seine Hinordnung
auf die erhabene Aufgabe der Elternschaft, zu der der Mensch berufen ist.
Wenn jemand daher einerseits Gottes Gabe genießt und andererseits Sinn und
Ziel dieser Gabe ausschließt, handelt er gegen Gottes Plan und heiligen
Willen und im Widerspruch zur Natur des Mannes und der Frau und deren
inniger Verbundenheit.
Wer das Geschenk ehelicher Liebe genießt und sich dabei an die
Zeugungsgesetze hält, der verhält sich nicht, als wäre er Herr über die
Quellen des Lebens, sondern er stellt sich vielmehr in den Dienst des
göttlichen Schöpfungsplanes.
Wie nämlich der Mensch ganz allgemein keine unbeschränkte Verfügungsmacht
über seinen Körper hat, so im besonderen auch nicht über die Zeugungskräfte
als solche.
Unerlaubte Wege der Geburtenregelung
Der direkte Abbruch einer begonnenen Zeugung, vor allem die direkte
Abtreibung - auch wenn sie zu Heilzwecken vorgenommen wird - ist kein
rechtmäßiger Weg, die Zahl der Kinder zu beschränken, und daher absolut zu
verwerfen.
Gleicherweise muss die direkte, dauernde oder zeitlich begrenzte
Sterilisierung des Mannes oder der Frau verurteilt werden.
Ebenso ist jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht (
Verhütungsmittel) oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im
Anschluß an ihn ( z.B. Pille danach) dahin zielt, die Fortpflanzung zu
verhindern.
Zwei Beispiele: die Pille und die Spirale
Die Pille
Die Pille ist eine Verhütungsmaßnahme, die durch künstliche
Hormonzufuhr von weiblichen Hormonen (Östrogen und Gestagen) bewirkt wird.
Die meisten Frauen werden nicht über die Wirkungsweise der Pille
unterrichtet und mit welchen Nebenwirkungen sie zu rechnen haben. Oft
werden die gesundheitlichen Schäden völlig verschwiegen, ja sogar von k e i
n e n Folgeschäden gesprochen.
Wie wirkt nun die Pille?
Jeder Eierstock enthält 400.000 Eizellen. Monatlich reift eine Eizelle
heran, entweder im rechten oder im linken Eierstock. Dies ist der sog.
Gelbkörper. Ist dieser ausgereift, wird er Follikel genannt. Parallell zur
Eireife baut sich in der Gebärmutterinnenwand eine Schleimhaut auf, die die
Nährstoffe für das Kind in seiner ersten Wachstumsphase enthält. Alle diese
Vorgänge werden hormonell gesteuert. Der Follikel, die ausgereifte
Eizelle, springt bei der sog. Ovulation (Eisprung) aus dem Eierstock, wird
von den Flimmerhäarchen des Eileiters aufgefangen und in den vorderen Teil
des Eileiters, der Ampulle, transportiert. Hier ist der Ort der
Befruchtung. Findet nun keine Befruchtung statt, so verdämmert das Ei und
stirbt ab. Gleichzeitig wird die Gebärmutterschleimhaut, die jetzt nicht
gebraucht wird, da ja keine Schwangerschaft eingetreten ist, abgestoßen. Es
kommt zur Regelblutung.
Monatlich stellt sich also der weibliche Körper auf eine Schwangerschaft
ein - alles wird für ein werdendes Leben vorbereitet.
Die Befruchtung findet, wie bereits erwähnt, in der Ampulle des
Eileiters statt. Nach dem Durchwandern der Gebärmutterhöhle gelangt die
Samenzellflüssigkeit in die Eileiter und in die Ampulle. 1 ml
Samenzellflüssigkeit enthalten 60-120 Mill. Spermatozoen. Die
Befruchtungsfähigkeit des Spermas beträgt 2-3 Tage, die der Eizelle 6-12
Stunden. Nun dringt von den Mill. Spermatozoen nur ein Spermium in
die Eizelle. In dem Moment, in dem ein Spermium das Ei erreicht hat, bildet
sich um die Eioberfläche eine feine Schicht, die das Eindringen weiterer
Spermien verhindert. (Ausnahme: Zwillingsschwangerschaft). Wenn der Kern
der Eizelle mit dem Kern eines Samens vereint ist (Konjugation), ist die
Befruchtung vollzogen. Ein Mensch beginnt zu leben, eine Schwangerschaft entsteht.
Im Moment der Verschmelzung sind bereits alle Informationen des werdenden
Menschen in dieser kleinen Zelle angelegt, wie z.B.seine Augen- und
Haarfarbe, seine Größe, sein Aussehen, sein Charakter, sein
Geschlecht.
Ein Mensch wird nicht Mensch, sondern ist Mensch, Zitat von
Blechschmidt, eines bekannten Embryologen.
Eine befruchtete Eizelle ist nur 0,4 Millionstel Gramm schwer und ungefähr
1/10 mm groß.
Nach der Befruchtung wandert das befruchtete Ei einige Tage durch den
Eileiter. Winzige Häarchen, die den Eileiter auskleiden, transportieren das
befruchtete Ei Stück für Stück Richtung Gebärmutter. Ernährt wird das
befruchtete Ei, die Zygote, teils aus eigenen Energievorräten wie auch von
Eileitersekreten. Ungefähr am 4. oder 5. Tag hat der kleine Mensch die
Gebärmutter erreicht und nistet sich in die gut vorbereitete
Gebärmutterschleimhaut ein. Durch das Eindringen in die Schleimhaut werden
Drüsen geöffnet und Kohlenhydrate freigesetzt, die dem Kind als
Energiequelle dienen.
Die verschiedenen Wirkungen der Pille
a) Verhinderung der Eireifung im Eierstock
b) Unterdrückung und damit Verhinderung des Eisprunges durch Gabe von
weiblichen Hormonen
c) häufig a b o r t i v e Wirkung, d.h. a b t r e i b e n d e
Wirkung: es kommt zur Befruchtung, das Kind wandert durch den Eileiter in
die Gebärmutter. Diese konnte aber aufgrund der Pillenhormone keine für das
Kind lebensnotwendige Schleimhaut aufbauen. Das Kind kann sich nicht in
eine vorbereitete Schleimhaut einnisten, findet keine Nahrungsstoffe und m
u ß s t e r b e n !
Diese a b t r e i b e n d e W i r k u n g geschieht
auch bei Pillen, die unter der Art von a) und b) ihre Wirkungsweise haben
und zwar deshalb: Kaffee, Alkohol oder Nikotin, Magen- und
Darmverstimmungen, andere Ernährungsweisen (Ausland) und angeborene
veränderte Stoffwechsellagen lassen die Pillenwirkung auf die Eierstöcke
unvollständig sein: Die Eibläschen reifen dadurch teilweise heran und
führen zu Zystenbildungen der Eierstöcke oder sie können vollständig
springen und es kann dadurch eine Schwangerschaft unter Pilleneinnahme
entstehen. Daß längst nicht alle trotz der Pille entstandenen
Schwangerschaften dann auch zur Geburt führen, ist
a) bedingt durch die vielfältige Wirkung der Pille: Hormone beeinflussen
nicht nur den Eierstock. Sie verlangsamen auch die Beweglichkeit des
Eileiters und die Gebärmutterschleimhaut. Darum wird auch der Transport des
befruchteten Eis durch den Eileiter bei Pilleneinnehmerinnen verlangsamt,
und in der Folge erreicht der Embryo die rettende Gebärmutterschleimhaut
oft zu spät, d.h. er ist quasi ausgehungert.
b) In anderen Fällen vermag er sich überhaupt nicht in die durch die Pille
beeinträchtigte Gebärmutterschleimhaut einzunisten: In beiden Fällen stirbt
der Embryo!
Man schätzt, daß die Einnistungshemmung des Embryos in die
Gebärmutterschleimhaut durch die Pille allein in Westdeutschland pro Jahr
48.000 Abtreibungen zur Folge hat. Eine Frau, die die Pille einnimmt,
muß mit 2 - 3 Frühabtreibungen pro Jahr rechnen.
Das heißt also, daß mit der Pilleneinnahme unzähligen Kindern das Leben
genommen wird, welches gerade erst begonnen hat.
Mögliche gesundheitliche Folgen:
1. Thrombosen, Embolien, Hirnblutungen, Herzinfarkte, Blutdrucksteigerung
Es besteht eine 40% höhere Todesrate, verursacht durch Erkrankungen des
Herzens und des Gehirns, und äußert sich vor allem in Herzinfarkten und
Gehirnblutungen.
Dabei spielt die Dauer der Pilleneinnahme keine Rolle: auch
bei kurzzeitiger Pilleneinnahme können genau dieselben schwerwiegenden
Veränderungen auftreten wie nach langer Einnahmedauer. Bei Raucherinnen und
älteren Frauen erhöht sich dieses Risiko um das Mehrfache.
2. erhöhtes Krebsrisiko, z.B. Eierstock- und Brustkrebs, Haut- und
Leberkrebs. Dies ist bedingt durch die künstlichen Hormonumstellungen und
Unterbrechungen bzw. das Zuführen von Hormonen.
3. Brustkrebs: Schon im Frühstadium einer Schwangerschaft wird die Brust
einer Frau durch Hormone verändert und so bereits auf das Stillen vorbereitet.
Dadurch, daß durch die Pille häufig eine Schwangerschaft abgebrochen wird,
wird dieser Prozess abrupt gestoppt. Dies aber fördert die
Krebswucherungen. Vor allem bei jungen Mädchen!
4. Auch gutartige Tumore von Leber, Brust, Gebärmutter und Eierstöcken sind
beschrieben und nicht immer harmlos. Sie können einbrechen oder aufplatzen.
(Im Zeitraum von 7 Jahren lagen z.B.
650 Fallberichte über gutartige Lebertumore unter Pilleneinnahme vor.) Es
gab dabei Verblutungsfälle.
5. Erhöhte Infektförderung im Genitalbereich
Durch die erhöhte Infektförderung wird die spätere Unfruchtbarkeit
drastisch erhöht.
6. Augenstörungen und Magen-Darm-Leiden
7. Psychische Störungen wie Depressionen, Libidoverlust (keine Freude am
Geschlechtsverkehr), Persönlichkeitsveränderungen. Dies kommt recht
häufig vor, allerdings wird die Ursache meist nicht bei der Pilleneinnahme
gesucht.
8. Partnerschafts-Beziehungsprobleme.
9. Erhöhte Fehlgeburtenrate bei Schwangerschaften nach Absetzen der Pille,
vermehrte kindliche Mißbildungen bei darauffolgenden Schwangerschaften.
Wird eine Frau nach Absetzen der Pille innerhalb des ersten halben Jahres
schwanger, so ist festgestellt worden, daß in 48% der Fälle kindliche
Chromosomenstörungen vorliegen!
10. Größere Neigung zur Abtreibung bei Eintreten einer Schwangerschaft
während der Zeit der Pilleneinnahme: Man möchte unter keinen Umständen ein
Kind empfangen, da man ja die Pille einnimmt.
Die Spirale
Die Spirale, auch Intrauterinpessar genannt (IUD), ist ein in die
Gebärmutter eingeführter Fremdkörper, - zum Teil verbunden mit Kupfer
und/oder Gelbkörperhormon. Die Spirale trägt einen in die Scheide ragenden
Faden, der der Kontrolle dient, ob die Spirale noch in der Gebärmutter
liegt.
Die Spirale ist in erster Linie ein a b t r e i b e n d e s
M i t t e l. Sie verursacht eine Reizentzündung der
Gebärmutterschleimhaut. Diese verhindert die Einnistung des Embryo
und führt so zu seiner Vernichtung.
In der Hauptsache bestehen die Nebenwirkungen des IUD in Blutungen,
Schmerzen, Infektionen (zum Teil schwere Bauchfellentzündungen), öfter mit
Sterilitätsfolge. Häufiger entstehen Eileiterschwangerschaften sowie
Perforationen der Gebärmutterwand (Durchwandern der Spirale durch die
Gebärmutterwand). Es wurden bei Spontanperforationen Spiralen bis in die
Lebergegend hinauf gefunden.
Weitere Verhütungsmittel wie das Implanon, die Dreimonatsspritze, das
Diaphragma oder die Portiokappe und die endgültige Sterilisation wirken
entweder hormonell mit entsprechenden bekannten Nebenwirkungen oder sie
wirken mechanisch. Das Ziel ist bei allen Verhütungsmethoden, unter allen
Umständen eine Schwangerschaft zu vermeiden.
Ernste Folgen der Methoden einer künstlichen Geburtenregelung
Was für Auswirkungen hat eine antikonzeptionelle Verhütung moralisch und
gesellschaftlich?
1.) allgemeine Aufweichung der sittlichen Zucht
2.) Gefahr, daß Männer, die sich an empfängnisverhütende Mittel gewöhnt
haben, die Ehrfurcht vor der Frau verlieren und sie zum bloßen Werkzeug
ihrer Triebbefriedigung erniedrigen
3.) Die Antikonzipienz stellt keine Prophylaxe für die Abtreibungen dar. Im
Gegenteil, mittlerweile ist erwiesen, daß sie ein Ansteigen derselben
bewirkt. (Befürworter der künstlichen Geburtenregelung behaupteten nämlich,
dass durch die Einführung von Verhütungsmittel die Abtreibungszahlen sinken
würden)
4.) Das sexuelle Zusammenleben mit Verhütungsmitteln führt häufig zu
Neurosen der Partner. Das klinische Bild dieser Neurosen ist bei Mann und
Frau verschieden. Bei Männern wachsen Reizbarkeit und Aggression, bei
Frauen überwiegend depressive Syndrome
5.) Die antikonzeptionelle Einstellung vernichtet die Liebe, verursacht
einen Zerfall der Ehe und begünstigt die Gefahr der Untreue in der Ehe.
6.) Jugendliche haben keine Vorbilder mehr
7.) Der Staat mischt sich in die persönliche und intime Aufgaben der
Eheleute ein (s. China, Indien, Massensterilisationen und Abtreibungen)
Es ist klar, dass es die eigentliche Aufgabe des Arztes ist, das Leben des
Kindes zu schützen, aber nicht zu verhindern oder zu vernichten.
Die Aufgabe der medizinischen Wissenschaft besteht nicht darin, immer
wieder neue Empfängnisverhütungsmittel auszudenken, sondern die Grundlagen
der Biologie und Physiologie der menschlichen Fruchtbarkeit zugänglich zu
machen und immer einfachere diagnostische Ovulationstests zu finden.
Nur die Befolgung der Normen der Enzyklika Humane vitae, die
zugleich die Normen der menschlichen Natur sind, führt zum Gelingen der
ehelichen Verbindung und der Familiengestaltung.
Was lehrt die Kirche über die richtige Art der Fortpflanzung?
1.) Selbstbeherrschung
Sittlich geordnete Geburtenregelung verlangt von den Gatten eine ständige
Bemühung um allseitige Beherrschung ihrer selbst und ihres Trieblebens.
Ganz sicher ist diese geistige Herrschaft über den Naturtrieb ohne Askese
nicht möglich. Das gilt besonders für jene Zeiten, in denen man
Enthaltsamkeit üben muss.
Die Kirche befürwortet die NATÜRLICHE EMPFÄNGNISREGELUNG, die die
fruchtbaren Tage im Zyklus der Frau von den unfruchtbaren Tagen
unterscheidet. Sie verlangt eine periodische Enthaltsamkeit in der Zeit der
Empfängnis.
Solche Selbstzucht schadet aber nicht der Gattenliebe, sie erfüllt sie
vielmehr mit einem höheren Sinn für Menschlichkeit. Die Selbstzucht
verlangt zwar ein beständiges Sich-Mühen, ihre heilsame Kraft aber führt
die Gatten zu einer volleren Entfaltung ihrer selbst und macht sie reich an
geistlichen Gütern. Sie schenkt der Familie wahren Frieden, fördert die
gegenseitige Achtung der Gatten, sie hilft den Eheleuten ungezügelte
Selbstsucht zu überwinden, sie hebt bei ihnen das Verantwortungsbewußtsein
für die Erfüllung ihrer Aufgaben. Die Kinder und junge Menschen werden zu
den wahren menschlichen Werten und zur rechten Einstellung erzogen und
können die Kräfte ihres Geistes und ihrer Sinne in der rechten Weise
entfalten.
2.) Schaffung einer für die Keuschheit gedeihlichen Atmosphäre
Es ist ein Klima zu vermeiden, das geschlechtlich unzuchtvolles Verhalten
begünstigt. Dazu sind der Staat, die Erzieher und Lehrer und die Eltern
verpflichtet.
Es ist zu verurteilen, was bei den modernen Massenmedien dazu beiträgt, die
Sinne aufzupeitschen und Sittenverfall zu verbreiten, ebenso jede Form von
Pornographie in Schrift, Wort und Darstellung.
3.) An die christlichen Eheleute
Der Papst ermutigt die Eheleute, das Sakrament der Ehe in Anspruch zu
nehmen. Ihre Berufung zur Ehe wird im Sakrament entfaltet und gefestigt.
Dadurch werden sie gestärkt und gleichsam geweiht um ihre Aufgaben treu zu
erfüllen, ihre Berufung zur Vollendung zu führen und vor der Welt das
christliche Zeugnis geben zu können.
Ferner sollen die Eheleute in inständigem Gebet die Hilfe Gottes erflehen
und vor allem aus der immer strömenden Quelle der Eucharistie Gnade und
Liebe schöpfen. Sollten aber Sünden ihren Weg hemmen, dann sollen sie
demütig und beharrlich vom Bußsakrament zur Barmherzigkeit Gottes Zuflucht
nehmen.
Widerstand gegen die Enzyklika Humanae Vitae
Am 25. Juli 1968 wurde die Enzyklika Humanae vitae veröffentlicht. Sie
schlug wie eine Bombe ein, erregte weltweiten Widerspruch und löste die
schwerste innerkirchliche Krise seit langem aus.
Enzykliken sind amtliche Lehräusserungen der Kirche. Ihnen schulden wir
religiösen Gehorsam. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und Verstandes
ist, wie das II. Vatikanische Konzil sagt, dem authentischen Lehramt des
Bischofs von Rom zu leisten; nämlich so, dass sein oberstes Lehramt
ehrfürchtig anerkannt und umgesetzt wird.
Besonders in Deutschland stößt bis heute die Anerkennung der Enzyklika Humane
vitae auf Widerstand. Der Widerspruch hat die deutschen Bischöfe
veranlasst, in ihrem Wort zur seelsorglichen Lage nach Erscheinen der
Enzyklika, eine nachgiebige und schwankende Haltung einzunehmen. Viele sind
der Meinung, sie könnten die Aussage der Enzyklika über die Methoden der
Geburtenregelung nicht annehmen, wobei sie sich darauf berufen, es handle
sich nicht um eine unfehlbare Lehräusserung der Kirche. In dieser
Entscheidung der Geburtenregelung durch die Enzyklika wurde der verlangte
Gehorsam in Frage gestellt. Bei vielen Menschen hat dieses Zweifeln zu der
Meinung verführt, man dürfe guten Gewissens die Verbindlichkeit der
päpstlichen Lehren bestreiten.
Manche deutschen Bischöfe versuchten mit der sogen. Königsteiner Erklärung
eine Formel aufzustellen, nach der man sich guten Gewissens der Anerkennung
der Lehre hinsichtlich der Empfängnisverhütung (durch Ehemissbrauch)
entziehen könnte.
Da sich auch Lehrer der Theologie und Bischöfe diese Ansicht zu eigen
machten, war es notwendig, die Frage zu prüfen, ob die Abschwächung der
Verbindlichkeit der Enzyklika mit der katholischen Lehre übereinstimmt.
Das Ergebnis ist, dass seit jeher in der Kirche gelehrt worden ist,
Empfängnisverhinderung durch Verhütung sei sittlich schwer sündhaft und
somit verwerflich. Wir stellen fest: Was Papst Paul VI. in Humane
vitae sagte, ist eine untrügliche Glaubenswahrheit in der
Sittenlehre. Sie verpflichtet alle, auch die deutschen Bischöfe, sie
anzuerkennen, sie zu lehren und sie umzusetzen. Angesichts dieser klaren
kirchlichen Erklärung hilft keine Berufung auf das eigene Gewissen.
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